19. Juli 2019
Multispectral Imaging

Verborgene Hinweise auf einem Gemälde aus dem Deutschen Optischen Museum?

Im Zuge der Neukonzeption der Dauerausstellung des Deutschen Optischen Museums (D.O.M.) rückt aktuell die Erschließung und Digitalisierung des über 20.000 Objekte umfassenden Bestandes in den Fokus. Hierbei kooperiert das Museumsteam eng mit dem Digitalisierungszentrum der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) und verschiedenen Dienstleistern.

Der Kamerahersteller Phase One nahm nun ein Gemälde aus dem Bestand des D.O.M. mittels Multispektralfotografie auf. Das Gemälde datiert laut Unterlagen in das frühe 16. Jahrhundert und wird Jan Sanders van Hemessen zugeschrieben. Es zeigt eine Darstellung des Heiligen Hieronymus als Gelehrter an seinem Schreibpult. Eines seiner häufig abgebildeten Attribute, der Totenschädel, ist hier allerdings durch ein Brillenetui ersetzt, auf dem eine Klemmbrille erkennbar ist.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gemälde durch unsachgemäße Lagerung in einem Höhlenkomplex beschädigt. Bei der später vorgenommenen Restaurierung gingen Details verloren - insbesondere ist die Schrift auf einem gemalten Papier nicht mehr lesbar. Dies wirft verschiedene Forschungsfragen auf: Wurden neue Details auf eine ursprünglich andere Fassung des Gemäldes aufgebracht? Sind durch verschiedene Restaurierungsmaßnahmen Hinweise auf den Künstler verloren gegangen? Lassen vielleicht die verwendeten Farbpigmente Rückschlüsse auf die genauere Datierung des Bildes und die Zuordnung zu einem Künstler zu? Bei der Aufklärung dieser Fragen sollen nun die Multispektralaufnahmen helfen.

Für die Aufnahmen Mitte Juli 2019 stand ein PhaseOne-System mit einer 100 Megapixel-Digitalkamera und verschiedenen Lichtquellen (Multiband) zur Verfügung. Der Aufbau erfolgte im DigiZentrum der ThULB, die Untersuchung begleiteten Dr. Babett Forster und Gina Grond von der Kustodie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Als Experten des Kameraherstellers waren Annette Keller und Yves Richter vor Ort. Das Multispektral-Kit befindet sich derzeit in der finalen Evaluierungsphase für einen seriellen Einsatz. Ziel ist ein automatisierter Aufnahmeprozess, mit z.B. automatischer Kalibrierung der Belichtung, Targeterkennung für Farbreferenzen und automatischer Größenanpassung.

Dokumentiert wurde die Multispektraluntersuchung des „Hieronymus“-Gemäldes aus dem D.O.M. auch vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). In den nächsten Wochen werden die Multispektralaufnahmen kunsthistorisch ausgewertet. Bereits jetzt sind aber weitere Details auf dem Gemälde erkennbar, die sich sonst unter Firnis- und in den Farbschichten verbergen. Über die Ergebnisse der Untersuchung wird das Team des Deutschen Optischen Museums auf seiner Website berichten.

19. Juli 2019

Verborgene Hinweise auf einem Gemälde aus dem Deutschen Optischen Museum?

Im Zuge der Neukonzeption der Dauerausstellung des Deutschen Optischen Museums (D.O.M.) rückt aktuell die Erschließung und Digitalisierung des über 20.000 Objekte umfassenden Bestandes in den Fokus. Hierbei kooperiert das Museumsteam eng mit dem Digitalisierungszentrum der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) und verschiedenen Dienstleistern.

Der Kamerahersteller Phase One nahm nun ein Gemälde aus dem Bestand des D.O.M. mittels Multispektralfotografie auf. Das Gemälde datiert laut Unterlagen in das frühe 16. Jahrhundert und wird Jan Sanders van Hemessen zugeschrieben. Es zeigt eine Darstellung des Heiligen Hieronymus als Gelehrter an seinem Schreibpult. Eines seiner häufig abgebildeten Attribute, der Totenschädel, ist hier allerdings durch ein Brillenetui ersetzt, auf dem eine Klemmbrille erkennbar ist.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gemälde durch unsachgemäße Lagerung in einem Höhlenkomplex beschädigt. Bei der später vorgenommenen Restaurierung gingen Details verloren - insbesondere ist die Schrift auf einem gemalten Papier nicht mehr lesbar. Dies wirft verschiedene Forschungsfragen auf: Wurden neue Details auf eine ursprünglich andere Fassung des Gemäldes aufgebracht? Sind durch verschiedene Restaurierungsmaßnahmen Hinweise auf den Künstler verloren gegangen? Lassen vielleicht die verwendeten Farbpigmente Rückschlüsse auf die genauere Datierung des Bildes und die Zuordnung zu einem Künstler zu? Bei der Aufklärung dieser Fragen sollen nun die Multispektralaufnahmen helfen.

Für die Aufnahmen Mitte Juli 2019 stand ein PhaseOne-System mit einer 100 Megapixel-Digitalkamera und verschiedenen Lichtquellen (Multiband) zur Verfügung. Der Aufbau erfolgte im DigiZentrum der ThULB, die Untersuchung begleiteten Dr. Babett Forster und Gina Grond von der Kustodie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Als Experten des Kameraherstellers waren Annette Keller und Yves Richter vor Ort. Das Multispektral-Kit befindet sich derzeit in der finalen Evaluierungsphase für einen seriellen Einsatz. Ziel ist ein automatisierter Aufnahmeprozess, mit z.B. automatischer Kalibrierung der Belichtung, Targeterkennung für Farbreferenzen und automatischer Größenanpassung.

Dokumentiert wurde die Multispektraluntersuchung des „Hieronymus“-Gemäldes aus dem D.O.M. auch vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). In den nächsten Wochen werden die Multispektralaufnahmen kunsthistorisch ausgewertet. Bereits jetzt sind aber weitere Details auf dem Gemälde erkennbar, die sich sonst unter Firnis- und in den Farbschichten verbergen. Über die Ergebnisse der Untersuchung wird das Team des Deutschen Optischen Museums auf seiner Website berichten.

17. July 2019

Am 17. Juli 2019 fand der Fachtag Digital Humanities: Portale in Thüringen in Jena statt. Organisiert und veranstaltet vom DHnet Jena und der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena gab es ein facettenreiches Programm, bei dem neben dem im Aufbau befindlichen Thüringer Editionsportal, die „PROPYLÄEN. Forschungsplattform zu Goethes Biographica“, das Wissens- und Kulturportal Thüringen kulthura, ein innovatives Virtuelles Ausstellungsportal der Forschungsbibliothek Gotha sowie das in Entwicklung befindliche Thüringer Flurnamenportal vorgestellt wurden. Mit D.O.M.virtual präsentierte das Deutsche Optische Museum die aktuellen Strategien und Umsetzungswege der digitalen Sammlungsdokumentation, -erschließung und -visualisierung.

8. July 2019

Das an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) angesiedelte EFRE-Innovationsprojekt cultur3D bietet neue Möglichkeiten der Kulturgutdigitalisierung. Gemeinsam mit dem D.O.M. werden derzeit verschiedene technische Umsetzungsformen der Objekterfassung erprobt, von 3D-Scans, über Objectmovies bis hin zu hochaufgelösten Fotos. Erst durch die Kombination der verschiedenen Verfahren ist es möglich, die unterschiedlichen Objektbestände des D.O.M. zu erfassen. Im Laufe der Digitalisierung des Gesamtbestandes werden die verschiedenen Verfahren in einem zentralen Digitalisierungsworkflow zusammengeführt und bieten zukünftig neue, virtuelle Blicke auf die Bestände.

7. July 2019
Finissage

Am Wochenende des 6. und 7. Juli 2019 verabschiedete sich das Deutsche Optische Museum in eine mehrjährige Umbauphase zur vollkommenen Umgestaltung des Museums. Bei verlängerten Öffnungszeiten und freiem Eintritt konnten sich die Besucher*innen ein letztes Mal in der Ausstellung umschauen und im Rahmen von öffentlichen Führungen den Nachbau der historischen Zeiss-Werkstatt besuchen. Das Team des D.O.M. stand vor Ort für Gespräche zur Verfügung. Im Rahmen eines besonderen Projektes sammelten wir zudem Erinnerungen des Publikums an das ehemalige Optische Museum. Den feierlichen Schlusspunkt bildete am Sonntag eine Rede unseres Museumsdirektors Prof. Dr.-Ing. Timo Mappes, in der er einen Eindruck der neuen Ausrichtung gab: Gezeigt werden wird ab 2023 ein Dreiklang aus interaktiven, erlebbaren optischen Experimenten, bedeutenden historischen Instrumenten und deren Anwendung, sowie einem stets aktuellen Schaufenster der Optikforschung. So sollen die Besucher zukünftig Optik im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“ können. Zudem wird jeder den enormen Erkenntnisgewinn in allen Bereichen der Natur- und Lebenswissenschaften erfassen, den die Optik erst ermöglicht – und modernste Forschungsergebnisse sollen im D.O.M. verständlich und begeisternd nähergebracht werden. Nach diesem Ausblick auf die grundlegende Umgestaltung verschloss er symbolisch die Türen zur jetzigen Ausstellung. Die Gelegenheit für einen letzten Besuch des Deutschen Optischen Museums nahmen an diesem Wochenende über 1.000 Personen wahr. Am gleichen Tag ging die neue Website des D.O.M. online, auf der Interessierte künftig den Fortschritt der Neugestaltung verfolgen können.

Die Ausstellung des Deutschen Optischen Museums wird derzeit neu konzipiert und komplett umgebaut. #wirsehenuns
@ Stiftung Deutsches Optisches Museum 2019
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